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Sylt - Golfen auf der Insel

Sylt auf eine Partymeile oder einen Promi-Treff zu reduzieren, wäre jedenfalls völlig falsch, zumal die nördlichste der Deutschen Inseln inzwischen auch eine sehr attraktive Golfdestination geworden ist, spätestens seit es dort die vier 18-Loch Golfanlagen auf engstem Raum gibt. Die Vielseitigkeit Sylts können gerade Golfer ganz besonders genießen, weil die vier Golfanlagen ganz unterschiedliche Charaktere haben. Ganz aktuell bündelt die Golfinsel Sylt ihre Kräfte. Unter dem Motto „Golfhopping“ bieten drei Anlagen einen gemeinsamen Service aus einer Hand an. Mit ermäßigtem Greenfee, können Golfer nun schon für 160 Euro jeweils eine Runde auf den Anlagen des Golf-Club Sylt, des Marine-Golf-Clubs Sylt und des Golfclub Budersand Sylt spielen. Das Angebot gilt jeweils vom 29.März bis 11.Mai und vom 16.September bis zum 31.Oktober.

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    GC Sylt
    Der erste Golfclub, der auf der Insel über einen vollwertigen 18-Loch-Platz verfügte, geht mit dem Wandel der Zeit. Neben dem großen Platz hat der Club unter dem ständig präsenten Leuchtturm Kampens einen hübschen Kurzplatz zu bieten. Der Gaadt-Course darf zwar von jedermann bespielt werden, steht aber von der Anlage und Pflege seinem großen Bruder in nichts nach. Hier lässt sich mit viel Spaß wunderbar das kurze Spiel trainieren. Die 18 Bahnen des großen Platzes könnten so auch am Festland zu finden sein, denn der Charakter der Anlage hat wenig mit typischem Küstendesign zu tun.

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    Dafür ist immer wieder sehr schön geformtes Wasser im Spiel. Von einigen Bahnen hat man einen weiten Blick über eine Braderuper Heide bis hin zum Wattenmeer. Dass auf dem Platz historische Hünengräber in das Layout eingearbeitet wurden, hat schon so manchen Gast sehr beeindruckt. Der Platz wird ganzjährig sehr gewissenhaft gepflegt und ist stets in gutem Zustand. Von den rund 1.200 Mitgliedern leben etwa 250 auf der Insel. Weil zudem noch viele Gastspieler den Platz erleben möchten, ist die Frequenz in der warmen Jahreszeit sehr hoch. Die Entwicklung der Insel zur Golfdestination ist man beim GC Sylt voll mitgegangen und hat daher zuletzt auch viel in ein neues Servicehaus investiert, um seinen Gästen alle Annehmlichkeiten bieten zu können. Auch die Jugendarbeit des Clubs ist so vorbildlich, dass er dafür schon etliche Male ausgezeichnet wurde und als Kaderstützpunkt des Golfverbands Schleswig-Holstein den Ritterschlag erhielt.

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    Golf-Club Sylt e.V.
    Norderweg 5
    25996 Wenningstedt
    Telefon 04651/9959810
    www.golfclubsylt.de
    18-Loch, Par 70, 5650 Meter (gelb), 4845 Meter (rot) und 6-Loch-Kurzplatz: 1731 Meter

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    Marine GC
    Aus dem einstmals sehr einfachen Golfplatz der Marineflieger ist durch den Ausbau, der einem kompletten Neubau gleichkommt, ein kleines Juwel entstanden, das man unbedingt spielen sollte, wenn man auf Sylt ist. Seit 1953 wird im Herzen der Insel, in direkter Nähe zu Westerland, Golf gespielt, zunächst auf 6 Bahnen von der Royal Air Force. Nach deren Abzug schwang Axel Springer dort den Schläger, bis er sich in Morsum (s.u.) einen neuen Platz bauen ließ. 1980 wurde der Marine-Golf-Club gegründet, der zunächst nur den Angehörigen der Marine und den zivilen Mitarbeitern offen stand. Später durften auch die Sylter den Golfplatz nutzen. Um nach dem Abzug der Marine vom Standort den Golfplatz zu erhalten, wurde das Gelände von dem in eine Genossenschaft umgewandelten Club gekauft und der Ausbau auf 18 Loch beschlossen.

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    Der schottische Architekt Kenneth J. Moodie bekam den Auftrag, einen echten Links-Course in die Sylter Dünenlandschaft einzuflechten. Der Auftrag wurde erfolgreich ausgeführt! Dieser Links-Course hat es in sich und erfüllt alle Ansprüche, die man an diese naturnahen und puristischen Herausforderer stellt. Die Grüns sind knallhart und sehr schnell, selbst wenn sie nicht ganz so kurz gemäht sind. Bunker, oft als tiefe Topfbunker an die richtigen Stellen gebaut, wahre Monster, ziehen in großen Mengen die Bälle magisch an. Teilweise fühlt man sich an den inzwischen schon fast legendären Faldo-Course von Bad Saarow vor den Toren Berlins erinnert. Wer hier nicht taktisch klug spielt, muss eben auch einmal damit umgehen können, nach einem langen Drive in einem Sandtrichter sein persönliches Waterloo zu erleben. Bei den Annäherungen sind oft chip-and-run gefordert – ein hoher Pitch ins Grün kann dagegen die falsche Wahl sein.

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    Der Kampf des Spielers gegen die Elemente wird hier geradezu zelebriert. Dazu gehört auch, dass die Fairways im Marine-Golf-Club zwar alle 25 Meter über einen Sprinkler verfügen, diese aber trotz genügend Wasserreserven nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Denn in Westerland sollen die Bedingungen geschaffen werden, die man auch an der schottischen Küste vorfindet: Trockene Böden, die den Ball hart aufschlagen lassen. Sogar die Gräser wurden entsprechend der schottischen Originale ausgewählt. Auf den rund 80ha wurde durch geschickte Modulierung des Bodens nicht nur der Eindruck eines Dünenplatzes geschaffen, sondern auch für das Spielerlebnis die Besonderheit, dass man an vielen Stellen die Nachbarbahnen auch dann nicht einsehen kann, wenn diese relativ nah sind. Obwohl optisch durch die sehr spärliche Vegetation viele Bahnen ähnlich aussehen, sind sie doch oft so charakteristisch, dass sie einen hohen Wiedererkennungswert haben – eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit ein Golfplatz ein „Großer″ werden kann.

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    So verlockt zum Beispiel Bahn 2 als kurzes Par 4 bei passender Windrichtung geradezu, mutig zu attackieren. Doch in direkter Schlaglinie zu dem leicht erhöhten Grün liegt ein Bunker, der wirkungsvoll seinen Dienst erledigt. Auf Bahn 5 sorgen zwei Bunker für eine schmale Landezone. Zudem versteckt sich hinter einem der Bunker noch ein großer Teich, so dass bei einem Slice dieses Par 5 richtig Zähne zeigt. Auf Bahn 6 wird man mit einem sehr hübsch angelegten Bachlauf konfrontiert. Vom Grün hat man erstmals freien Blick auf das Wattenmeer. Optisch ist auch das folgende Par 3 durch den Bachlauf geprägt. Bahn 8 ist ein langes Par 4 und zählt zu den schwersten des Courses. In der Landezone des Drives lauern wieder wohlgeformte Bunker, denen man aber tunlichst aus dem Weg gehen sollte. Zudem ist hier für alle Freunde des gepflegten Slices auch wieder Wasser im Spiel. Die 9 bietet vier der insgesamt 87 Möglichkeiten, sich in einem Sandhindernis zu vergnügen. Hindernisse, die diesen Namen mit Stolz und Recht tragen. Auf Bahn 11 schlängelt sich erneut der Bachlauf durch das Spiel und am Grün dieses je nach Windrichtung sehr anspruchsvollen Par 4 lauern drei tiefe Töpfe mit Sandfüllung. Die längste Bahn ist von weiß satte 555 Meter lang. Auf der 14 muss man gerade bei Gegenwind mächtig kämpfen, um das Grün in Regulation zu erreichen.

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    Die vielleicht schönste Spielbahn des Platzes ist gleichzeitig auch die zweitschwerste. Die 15 hat als Par 4 erst einen Abschlag, an dem man nicht spontan erkennen kann, wo der Ball optimal zu platzieren ist. Das Anspiel ins Grün ist dafür wunderschön und ein Bildhauer könnte kein schöneres Werk schaffen, als es dem Architekt und Baumeister hier gelungen ist.
    Das Fazit über diesen Links-Course fällt für Freunde dieser Platzart sehr positiv aus. Auf Sylt wurde konsequent umgesetzt, was hierzu erforderlich ist. Es wird bewusst in Kauf genommen, dass es Golfer geben wird, die mit dem Zustand des Platzes nicht einverstanden sind. Ein Links-Course hat einen anderen Charakter, als Parkland- oder Bergplätze. Und das ist gut so. Im neu erbauten Clubhaus darf man sich nach spannender Golfrunde auf eine gute Küche freuen – der bekannte Sylter Gastronom Thomas Möller schwingt hier den Kochlöffel.

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    Marine Golf-Club Sylt e.G.
    Flughafen 69
    25980 Westerland
    Telefon: 04651/927575
    www.sylt-golf.de
    18-Loch, Par 73, 5854 Meter (gelb), 5486 Meter (rot)

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    Der Newcomer auf Sylt ist der Golfplatz Budersand. Dieser ist schon vielfach ausgezeichnet und reich mit Awards dekoriert, bietet nicht nur sportlich anspruchsvolle Bahnen, sondern immer wieder auch faszinierende Aussichten auf die Nordsee. Von dem höchsten Punkt der Anlage hat man sogar sowohl das Wattenmeer, wie auch die offene Nordsee im Blick – das ist einmalig in Deutschland. Begrüßten den Besucher von Hörnum ganz im Süden der Insel lange Zeit die Bauten einer großen Kaserne, hat sich das Bild des Ortes nun komplett verändert. Wenn Sachverstand sich mit solidem pekuniärem Hintergrund verschmelzen, kann ein Projekt entstehen, bei dem man mit der Zunge schnalzt. So geschehen im Süden Sylts. Auf dem Gelände der ehemaligen Pidder-Lüng-Kaserne wurden 28 Häuser abgerissen. Aus dem ehemals flachen Areal wurde behutsam eine optisch sehr gelungene Hügel- und Dünenlandschaft entwickelt, damit der 18-Loch-Platz ein Schmuckstück wird, um das ganz Europa die Golfgemeinde Sylt demnächst beneiden wird. Hier ist wahrlich ein großer Wurf gelungen.

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    Dass man vom Tee 2 sowohl das Wattenmeer, als auch die offene Nordsee sehen kann, ist dabei nur ein Alleinstellungsmerkmal der Anlage. Die Bahnen verlaufen optisch geschickt voneinander getrennt, meist recht schmal und enden auf Grüns, die groß genug sind, um ein faires Spiel ermöglichen. Sportlich anspruchsvoll ist dieser Links-Course dennoch, denn über 90 Topfbunker lauern auf Opfer. Um diesen Platz in einen Zustand zu bringen, der seinen schottischen Vorbildern gleicht, wurde sogar ein Course-Manager aus der Wiege des Golfsports verpflichtet, der sich mit großer Mannschaft um den Platz kümmert. Obwohl genügsame Grassorten verwendet werden, sind die Fairways komplett zu beregnen – und zwar von beiden Seiten, um bei Wind aus jeder Richtung ein Austrocknen verhindern zu können.

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    Schon Bahn 1 gibt einen Vorgeschmack auf die Herausforderungen der Runde. Ein leichtes Dogleg zieht sich um eine hohe Düne herum. Das Anspiel auf das Grün geht aufwärts. Bahn 3 ist mit 455 Metern (gelb) ein relativ kurzes Par 5. Vor allem optisch schwer ist hier der zweite Schlag, der durch eine Lücke in der Düne gespielt werden muss. Bahn 5 zieht sich lang nach links, hinauf zum großen Grün. Der Drive vom 12.Tee sollte ziemlich genau gespielt werden, da bei dieser Par 4-Bahn ansonsten das Anspiel zum Grün beinahe un-möglich wird. Dieses Dogleg öffnet nur bei exaktem Spiel den Blick auf das Grün. Ein Signaturloch des Platzes ist Bahn 13. Der Schlag auf das Grün dieser 149 Meter kurzen Par 3-Bahn fällt in einen großen Trichter, eingerahmt von kräftigen Dünen. Bei guter Sicht wird man auf Tee 15 etwas länger verweilen wollen, denn ein herrlicher Blick über das Watt bis hinüber zu den Nachbarinseln Amrum und Föhr nimmt einen gefangen. Durch die Bahnen 16, 17 und 18 verläuft ein kleiner, hübsch angelegter Bachlauf. Somit ist auch für Wasserhindernisse gesorgt, die aber nur selten ins Spiel kommen werden.

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    Das Finale ist einwenig gewöhnungsbedürftig. Hier muss der Abschlag etwa 250 der 350 Meter (gelb) weit reichen, um das Grün einsehen zu können. Wer kürzer liegt, kann zwar auch attackieren, muss dies aber ohne Sicht tun, da eine hohe Düne den Blick verstellt. Bewusst gibt es kein Clubhaus, sondern ein Golfhaus, denn der Platz ist offen für jedermann und kommt ohne Club aus. Auch wenn es für diese Anlage schon so viele Anfragen auf Mitgliedschaften gäbe, dass man einen Club bis zur Kapazitätsgrenze hin hätte füllen können, so Investorin Claudia Ebert. Am Budersand sind alle Golfer gleich und zahlen Greenfee. Dieses ist sehr moderat und der Startrhythmus von 15 Minuten sichert zudem eine Runde Golf ohne Hektik oder Stress.

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    Der offene Charakter der Anlage hat auch dazu geführt, dass alle Beteiligten in Hörnum an einem Strang gezogen haben, damit das Projekt umgesetzt werden kann. Sogar ein Turmfalke, der in einem alten Heizungsschacht auf dem Gelände seine Heimat hatte, stoppt die Bauarbeiten nicht. Für dieses seltene Tier wurde mit einfachen Mitteln eine Ersatzbehausung geschaffen. „Umziehen muss er nun aber alleine“, sahen sogar die örtlichen Tierschützer keine Probleme mehr. Das neue Haus hat der schnelle Raubvogel inzwischen angenommen und ist offensichtlich mit seiner alten Heimat in neuem Look vollauf zufrieden. Das 50-Millionen-Euro-Projekt wird durch ein 5-Sterne-Hotel gekrönt, das sich harmonisch in das Gelände einfügt, durch seinen Stil neu-gierig macht und auch verwöhnte Gäste rundum zufrieden stellen wird.

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    Golfclub Budersand Sylt
    Fernsicht 1
    25997 Hörnum
    www.budersand.de
    18-Loch, Par 72, 5915 Meter (gelb), 4965 Meter (rot)

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    GC Morsum
    Nicht im Golfhopping-Paket eingebunden, aber durchaus auch einen Besuch Wert ist der vielleicht exklusivste Golfclub Deutschlands, den man ganz im Osten der Insel findet. Einst ließ sich Axel Springer „seinen″ Golfplatz bauen und auch heute hat der Club nur rund 200 Mitglieder, von denen genau eines ständig auf Sylt lebt. Ein Ausbau auf 18 Löcher ist gerade fertig gestellt, nachdem lange auf 9 Bahnen gespielt wurde. Der Charakter der Anlage ist einmalig.

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    In den Salzwiesen, praktisch im Wattenmeer findet man ein Kleinod vor, das golferisch nicht wirklich anspruchsvoll ist, dafür aber mit immer wieder sehr reizvollen optischen Eindrücken verschwenderisch umgeht. Das Wattenmeer ist fast immer in Sicht – und drückt bei sehr starken Hochwassern sogar bis auf den Platz. Hier lässt es sich, zumindest bei wenig Wind, richtig gut scoren. Der Platz ist weder besonders lang, noch besonders schmal angelegt. Hier kann man einfach eine ganz entspannte Zeit verbringen. Das größte Problem in der Saison ist, überhaupt eine Startzeit zu bekommen, denn damit gehen die Morsumer sehr sparsam um. Wer Ruhe sucht, wird sie in Morsum finden.

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    Golfclub Morsum auf Sylt e.V.
    Uasterhörn 37
    D-25980 Klein-Morsum/Sylt-Ost
    Tel.: 04651-890387
    18-Loch, Par 72, 6030 Meter (gelb), 5175 Meter (rot)

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