Schloss Lüdersburg - Der Geheimtipp zwischen Nordheide und Elbe

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Wir waren schon oft in der romantisch schönen Lüneburger Heide, wir sind auch schon einige mal die 40 Jahre lang Ost und West trennende Elbe rauf und runter gefahren, Lüdersburg kannten wir nicht. Bis vor kurzem ahnten wir nicht einmal, dass man in Lüdersburg auch Golf spielen kann. Als jemand vom riesigen Doppelschiffshebewerk des Elbe-Seitenkanals sprach, wussten wir, wo Lüdersburg liegt. Wir fuhren hin und erlebten eine Überraschung. Aber der Reihe nach.

Wer von Lüneburg kommt und den auf Landkarten nur selten verzeichneten kleinen Ort endlich gefunden hat, betritt eine Heideidylle. Zwischen friedlich umherziehenden Heidschnuckenherden und museumsreifen Bienenkörben, zwischen Wachholderbüschen und Findlingen an Birkenalleen, zwischen strohgedeckten Fachwerkscheunen und kleinen tiefgeduckten Schafställe, liegt abseits lärmender Hauptstraßen das kleine Dörfchen Lüdersburg. Der denkmalgeschützte Ortskern ist ein Kleinod. Man fühlt sich im Moment wie selbstverständlich zuhause. Früher wurde dieser Landstrich von Reiseschriftstellern als >unwirtliche Einöde< beschrieben. Heute ist die Heide Sehnsuchtsziel großstadtmüder Menschen, und das nicht nur zur Heideblüte.

Die Golfanlage Schloss Lüdersburg ist eine der großzügigsten und schönsten Golfanlagen im Norden Deutschlands. Nur eine gute halbe Stunde südöstlich von Hamburg und unweit von Lüneburg und Lauenburg liegt dieses Golferidyll zwischen der Nordheide und der Elbe. Im Mittelpunkt der Golfanlage steht das imposante Herrenhaus aus der späten Mitte des 18 ten Jahrhunderts. In umliegenden ehemaligen Kavaliershäusern und im Herrenhaus selbst warten vierzig komfortabel und individuell eingerichtete Zimmer und Appartements auf Golfer und “andere” Gäste. Wir wohnten in einem der kleinen Häuschen im Schlosshof. Ruhiger und erholsamer geht´s kaum. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Auf der Golfanlage Schloss Lüdersburg gibt es zwei ganz außergewöhnlich gute Golfplätze. Zum einen den geradezu klassischen “OLD COURSE” und zum andern den von Jack Nicklaus gestalteten “LAKES COURSE”.

Am ersten Tag spielten wir den “OLD COURSE”. Der Platz wurde sehr sensibel in einer geradezu golfideal gewachsenen Parklandschaft angelegt. Die vielen natürlichen Wasserhindernisse hat der Architekt geschickt und gekonnt in den Spielfluss einbezogenen. Die Eröffnungsbahnen scheinen leicht, doch Vorsicht. Auf dem ersten Par 4 warten gleich zwei kleine Teiche auf unpräzise geschlagene Bälle, und das Grün ist auch nicht leicht anzuspielen. Das Ziel der Bahn Drei ist ein hübsch gestaltetes Inselgrün. Diese Bahn zu spielen ist eine Freude. Die Sechs, ein 588 Meter langes Par 5, wird auf der Scorekarte als die schwerste Bahn auf der Runde eingestuft, und sie ist es auch. Wer nicht drei gerade und sehr lange Schläge machen kann, der wird hier nie ein Par spielen. Ich musste mir nach einem verlorenen Ball rechts im Wald leider eine 8 notieren. Die zweiten Neun sind leichter als die ersten und versöhnen für die doch recht großen Schwierigkeiten dieses Platzes. Der Lüdersburger OLD COURSE ist immer wieder Austragungsort größerer Turniere. 1993 wurde er als “Premier European Golf Course” ausgezeichnet. Zu Recht, denn er ist eine Herausforderung für Spitzengolfer und weniger gute Spieler gleichermaßen.

Nach dem Spiel servierte uns Alexander Baron von Spörcken – Besitzer des Schlosses Lüdersburg – auf der Terrasse sein liebstes Naschwerk: Buchweizentorte mit den kirschgroßen “Dicken Blauen”. Er hatte Geburtstag. Abends ließen wir es uns im altwürdigen historischen Schlosskeller gut gehen. Wir aßen Grünspargel mit einer Sauce, deren Rezept uns der Koch nicht verraten wollte. Schade, ich hätte diese Köstlichkeit zuhause gern einmal nachgekocht. Allein schon wegen dieser Sauce werde ich irgendwann mal wieder nach Lüdersburg fahren. Höhepunkt des Menus war der Heidschnuckenbraten. Das Fleisch schmeckt eher nach Wild als nach Lamm. Beim ersten Biss etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann sehr delikat. Eine Spezialität, die man gegessen haben muss, wenn man in Lüdersburg war. Und dann die Heidekartoffeln. Packen Sie sich welche in den Kofferraum. Sie werden sackweise ab Hof angeboten. Zum “Absacken” gingen wir in die Jagdschänke ins Dorf. Es wurde ein interessanter und fröhlich langer Abend. Wir diskutierten über Gott und die Welt. Der urig knorrige Bürgermeister zeigte uns, welcher von den vielen Wachholderschnäpsen der “einzig richtige” ist. Wohl dem, der mit einem solchen Fachmann trinken darf.

Der nächste Tag wurde hart, wir hatten den “Wachholder” unterschätzt. Der Lakes Course ist sehr schwer. Schließlich ist er “der” Aufsteiger des Jahres. In Fachmagazinen liegt er bereits auf Platz 20 der besten Golfplätze in Deutschland. Wir haben ihn gespielt und sind überzeugt, dass er sehr bald auf der Rangliste noch weiter nach oben kommt, denn er ist “Super”. Die Grüns sind fast durchgängig sehr groß und in einem so guten Zustand, dass einer aus meinem Flight behauptete, er habe nie bessere Grüns gespielt. Die Eins hat zwar nur Vorgabe 11, aber Vorsicht. Rechts neben dem Grün liegt ein kaum einzuschätzender, begierig auf Bälle wartender See. Die Zwei ist geradezu “Par unspielbar”. 542 Meter lang, rechts Bunker, links ein riesiger Baum. Soll ich Tigerline oder soll ich nicht? Den Zweiten eventuell vorlegen, aber wohin? Ohne Strokesaver oder Platzkenntnisse ist diese Bahn kaum als Par zu spielen.

Und so geht es weiter. Wie soll ich die Acht angehen? Haue ich drauf, weil ich das ja eigentlich kann, oder spiele ich auf Bogey? Dann die Zwölf. Fast 550 Meter lang. Beim ersten Schlag rechts Bunker. Beim zweiten Schlag links und frontal ein riesiger Teich. Und dann, – als ob der Platzarchitekt nichts anderes im Kopf gehabt hat, als sich miese Golfgemeinheiten auszudenken – direkt vorm Grün wieder Wasser. “Und das soll Spaß machen”, hörte ich Päule fluchen. Fünf Par 3, sechs Par 5 und nur sieben Par 4 sind ungewöhnlich aber spannend, und wie! Kurz gesagt: LAKES COURSE ist ein toller, außergewöhnlich anspruchsvoller Golf-Platz aller erster Güte. Trotz mancher Missgeschicke verabschiedeten wir uns mit anständigen Scores aus Lüdersburg.
Wir kommen wieder.

Golfanlage Schloss Lüdersburg
Lüdersburger Straße 21
21379 Lüdersburg
Telefon: 0 41 39 / 69 70 0
Fax: 0 41 39 / 69 70 70
www.luedersburg.de
E-mail: info@lüdersburg.de
Als GOLF COMPAKT gibt es Sonderarrangements für Anfänger und Fortgeschrittene.

Meine Empfehlungen:
Besuchen Sie das nahe Schiffshebewerk. Es ist das größte Doppel-Senkrechthebewerk der Welt. Eine imposante technische Anlage. Erfragen Sie Termine für die “Musikalischen Wochen” und “Jazz im Schlosshof” im Elbschloss Bleckede. Machen Sie eine Stippvisite in die Altstadt von Lauenburg. Wenn der historische Raddampfer ablegt, sollten Sie an Bord sein.

Mitbringsel:
Heidekartoffeln, Schnuckenwurst, Kartoffelschnaps und Heidehonig.

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