Ryder Cup Twenty Ten

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Wir hatten dieses Glück. Ein paar Wochen vor dem ersten offiziellen Abschlag waren wir auf dem Twenty Ten Course in Wales. Paul Williams, der PR-Manager des Celtic Manor Resorts, hat uns eingeladen, damit wir uns ein Bild über die Qualität des Twenty Ten Courses machen können.

Er erwartet uns in der Lounge des 5-Sterne Celtic Manor Hotels. Chick, elegant, geschmackvolle Ausstattung, Luxus pur. Ein Genuss für Ästheten. Wir trinken den Celtic Hometea und essen fresh baked welshcakes. Ein guter Anfang. „Bis zum Beginn des Ryder Cups dauert es zwar noch ein paar Wochen“, erzählt Paul Williams, „doch das Interesse daran wird immer größer. Den Kartenverkauf für dieses golferische Highlight haben wir in Form einer Lotterie durchgeführt, denn die Nachfrage nach Karten überstieg das Angebot bei weitem. Derzeit sind keine Einzel Eintrittskarten mehr zu bekommen. Über Reiseveranstalter aber gibt es noch Buchungsmöglichkeiten.“ Das überrascht uns nicht, denn der Ryder Cup ist weltweit schließlich das legendärste und prestigeträchtigste Ereignis der Golfszene.

„Sir Terry Matthews, Eigentümer des Celtic Manor Ressorts ist Nichtgolfer“, sagt uns der PR-Mann. „Trotzdem ist es ihm gelungen, den Ryder Cup 2010 hier zu uns zu holen. Ganz Wales ist stolz darauf, dass die Golfwelt ihre Augen auf unser kleines Land richtet. Golf hat in diesem schönsten Teil von Großbritannien einen sehr hohen Stellenwert. Golf ist absoluter Volkssport. Wales ist ein Paradies für Golfurlauber mit Blick auf Qualität und auf das Preis/Leistungsverhältnis. Für nur 3 Millionen Einwohner gibt es etwa 200 Golfplätze“, beschreibt Paul seine Heimat. Wir rechnen: Das wären im Verhältnis für die Bundesrepublik 5.000 Golfanlagen. Es gibt aber nur etwas mehr als 700, und damit sind wir auch schon zufrieden. „Ich habe zwar fünf Stunden Zeit für Sie, aber auf dem TwentyTen gibt es viel zu sehen. Lasst uns starten“, bittet Paul uns nach draußen. Ein viersitziger Caddiewagen bringt uns zur Drivingrange und zum ersten Abschlag.

Das Areal des neu gebauten Ryder Cup Platzes liegt im Flusstal des Usk. Hier befand sich einst ein römisches Heerlager, und die Römerstraße VIA JULIA führte direkt durch das Resort. Eine eindrucksvolle Golfkulisse auf historischem Boden. Die neu erbaute Brücke ist das architektonische Highlight des Twenty Ten. Vollgesogen mit Landschaft, meint man auf dem Anfangsquintett, einen hoch bebunkerten Links-Course mit sehr langen Roughs zu spielen. Den Spielern werden visuell enge Fairways vorgegaukelt, in Wirklichkeit sind sie aber breit und für Normalgolfer bunkerfrei zu spielen, denn die gefürchteten Sandhindernisse liegen im Drivebereich der Profis, nicht in unseren. Auf der Drei und der Vier spielen wir jeweils Par. Auf der Fünf gewinnt die Runde an Schärfe. Die Senken werden tiefer, die Bahnen enger. Die Par 4 Bahn mit eigenartigen Kanten und Schwingungen lässt nicht die geringste Abweichung zu. Nur ein hoch geschlagenes Eisen führt zum Ziel. Unsere Bälle rollen übers Green in die Böschung eines kleinen Baches. Doppel-Bogeys stehen auf unserer Skorekarte.

Nach der Fünf bekommt der Platz eine maritime Note. Er verwandelt sich in eine Seenlandschaft mit vielen Tücken. Mit prickelndem Leichtsinn – das können wir, zuhause sind wir doch Longhitter – spielen wir die Sechs als Tigerline, doch das eng am Fairway gelegene Wasser bremst den allzu ungestümen Drive. Zu kurz. Wir merken, dass dieser 6.853 Meter Par 71 Platz allergrößte Ansprüche stellt und zu höchster Wachsamkeit alarmiert. Im Halfway-House lässt uns Paul typisch walisisches Laverbread mit heimischem Lammfleisch und Lauch servieren. Tut uns gut, die ersten Neun waren anstrengend, unser Score ist weit unten. Paul rät uns, kräftig hin zu langen. „Die richtigen Schwierigkeiten kommen ab der Elf“, bereitet er uns vor.

Ideenreich, bisweilen übermütig und atemlos, zeigt sich der zweite Durchgang. Hier wechseln aggressive Herausforderungen und taktisches Verhalten mit zurückhaltendem Einschätzen der eigenen Fähigkeit in rascher Folge. Bis zur Vierzehn kommt immer und überall Wasser in schier unüberwindbarer Länge ins Spiel. Mit allen möglichen taktischen Überlegungen beschäftigt, vergessen wir fast, dass ein Ryder Cup Platz für Normalgolfer auch schon mal zu schwer sein kann. Auf diesem Part des Platzes bekommen wir unsere Grenzen aufgezeigt: Der Twenty Ten ist für uns absolut nicht Handicap spielbar! Die Runde kostet Arbeit.
Die Fünfzehn ist ein Par 4 Dogleg nach rechts. Paul zeigt uns, wie die Profis dieses Loch spielen. Den Abschlag nicht geradeaus sicher aufs Fairway und dann nach rechts, sondern den Abschlag quer über eine tiefe Schlucht direkt aufs Green. Wir kommen zwar nicht ganz zur Fahne, doch mit dem zweiten Schlag liegen wir nahe am Stock und spielen Par. Ohne Paul hätten wir diese riskanten Abschläge so nicht genommen. Gut, wenn man einen Fachmann dabei hat.

Twenty Tens bester Ertrag wird bis zum Schluss aufgehoben: das klassische Finale einer atemberaubenden Runde direkt vor der beeindruckenden Terrasse des Clubhauses. Die Achtzehn spielt man gegen den Wind, gegen den langen See vorm Green, und wenn man Glück hat, gegen den Sonnenuntergang. Das gestufte Green mit seiner unruhigen Maserung verlangt letztmalig ein erfahrenes Gefühl, und hier finden dann vor den Augen der Zuschauer und der Mitspieler die dramatischen Szenen des Ryder Cups statt.

Der Twenty Ten ist ein Platz wie aus einem Guss. Besser kann der Vorsatz nicht eingelöst werden, einen Course zu schaffen, der den besten Golfern der Welt alles abverlangt. Vom Twenty Ten und den anderen zwei einzigartigen Plätzen auf dem Celtic Manor Resort nicht in Superlativen zu sprechen, fällt schwer.

The Celtic Manor Resort
The Usk Valley
Newport South Wales
Tel: +44 (0) 1633413000
www.celtic-manor.com

The Twenty Ten Ryder Cup Course: 6.852 Meter Par 71
Montgomerie Course: 5.871 Meter Par 69
Roman Road Course: 5.590 Meter Par 70

Kontakt zu Adressen in Wales:
www.visitwales.com ( Frau Jane Harris)
oder: www.experPR.de (Frau Kiki Müller)

Noch ein Hinweis:
Wenn Sie den Ryder Cup 2010 trotz „Ausgebucht“ live erleben wollen, können Sie vom 29. September bis zum 4. Oktober auf einem privat gecharterten Kreuzfahrtschiff wohnen. Die MS Le Diamant wird im Hafen von Newport liegen und eine luxuriöse Kombination von Unterbringung und Shuttle Service zum Ryder bieten.
www.golfurlaub.com/golfreisen/golfturniere/ryder-cup-2010.html

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