Golf hat mein Leben ruiniert!

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Hugh Grant übt sich derweil lieber in beißender Selbstironie, lebt seine Star-Allüren aus und gibt sich in Interviews schlicht und ergreifend mehr in Richtung Kotzbrocken, was manche Fans zu seinen Gunsten vielleicht noch als trockenen britischen Humor auslegen könnten. Er ist mittlerweile so populär, dass sogar Madame Tussaud in London ihm eine Wachsfigur widmete. „Meine Wachsfigur ist so ziemlich das Schlimmste, das ich je in meinem Leben gesehen habe. Ich sehe aus wie Julie Andrews auf Heroin“, meinte er dazu bissig. Das Problem des 49-jährigen Mimen: Seine damalige Freundin Jemima Khan wollte ihn nicht heiraten, obwohl er ihr täglich unter dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ einen Heiratsantrag machte. Vielleicht ahnte sie ja wie auch bereits Sandra Bullock (sie ließ ihn abblitzen), dass die Hollywood-Romantik von Hugh Grant nur auf der Leinwand existiert.

“Ich will nicht mehr berühmt sein”

Dabei hatte der tapfere Golfer, der in seinen jungen Jahren lieber Cricket spielte, bereits zu einem frühen Zeitpunkt verkündet, dass er seit seiner Trennung von Model und Schauspielerin Liz Hurley wegen seiner kaum zu bändigen Golf-Leidenschaft für eine Beziehung gar keine Zeit mehr habe. „Es ist mir peinlich, aber ich denke an nichts anderes.“ Doch dann war Jamima, die Tochter von Millionär Jimmy Goldsmith, in sein Leben getreten. Ein wenig fürchtete sie den Jet-Set-Lebenstil von Hugh, den sie eigentlich nicht mehr haben wollte. Ein sesshafter Hugh Grant? Der gute Wille schien zumindest da gewesen zu sein. „Ich habe mittlerweile jedes Interesse an meinem Job verloren. Ich will nicht mehr berühmt sein. Ich hätte gerne meine Privatsphäre zurück. Dieses Star-Getue ist völlig außer Kontrolle geraten.“ Schwer zu glauben!

“Golf! – Just Say No!

Der „arbeitslose“ Hugh Grant, der bei Colin Montgomerie Golfen lernte, pflegt fanatisch sein einstelliges Handicap von round about 9 – und dass am liebsten im „Home of Golf“, auf dem legendären Old Course in St. Andrews, Schottland. „Manche Leute sagen, dass Spieler mit über 20 nicht Golf spielen sollten und Leute unter zehn offenbar nicht genug zu tun haben“, repetiert er und meint auf die Frage, ob ihm denn Golf Befriedigung verschaffe: „Im Gegenteil, Golf hat mein Leben endgültig ruiniert. Es gibt ganz wenige goldene Regeln im Leben, aber eine davon ist: Spiele nie Golf! Wenn dein Kind einen Schläger in die Hand nimmt, entreiße ihm sofort den Schläger. Dieser Sport ist gefährlicher als Drogen. Also: „Just Say No“, meint der gebürtige Londoner hintergründig lächelnd. „Golf macht süchtig. Ich war einmal ein Mensch mit Persönlichkeit, vielen Interessen und Büchern aller Art auf meinem Nachttisch. Jetzt denke ich nur noch an Golf, lese nur noch Golfbücher. Mein Alptraum-Szenario ist Handicap null“, sagt einer, der am liebsten über sich selbst lästert. Aber es kommt noch drastischer aus ihm heraus: „Ich habe Golfer verachtet, ich habe Golfspieler und das, was sie tragen, gehasst, bis mich jemand zum Golfen mitgenommen hat. Jetzt denke ich an nicht anderes mehr. Es ist Besessenheit und Sucht. Ich bin mir sicher, dass das psychologisch interessant sein muss. Auf der einen Seite will ich jede Sekunde am Tag Golf spielen, auf der anderen Seite würde ich das Golf spielen aufgeben, der Schauspielerei den Rücken kehren, denn, um ehrlich zu sein, es wird mich nie glücklich machen. Wenn überhaupt, dann nur für kurze Augenblicke, denn es gibt ungeheure Phasen des Elends und der Demütigung.“

Selbstironie scheint also Hugh Grants Hobby zu sein. Denn wie sonst sind Selbsteinschätzungen zu verstehen wie: „Ich finde mich nicht attraktiv. Mein Gesicht sieht aus wie das einer alternden, unglücklichen Lesbe.“

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