Gene "The Squire" Sarazen

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Gene Sarazen, geboren als Eugenio Saraceni am 27. Februar 1902 in Harrison, New York, entdeckte bereits als 10-Jähriger seine Leidenschaft für den Golfsport. Als Caddie unternahm die ersten Schritte auf einem Golfplatz und schon damals träumte er von einer Karriere als Profigolfer.

Aller Anfang ist schwer

Doch im Alter von fünfzehn Jahren sollte sein großer Traum zunächst platzen. Seine Familie war in große finanzielle Schwierigkeiten geraten und der junge Saraceni musste sowohl die Schule als auch seine Tätigkeit als Caddie aufgeben, um fortan Geld zu verdienen. Egal ob in den zahlreichen Munitionsfabriken, die während des ersten Weltkriegs immer Arbeiter suchten, oder als Schreinergehilfe bei seinem Vater, er nutzte jede nur erdenkliche Möglichkeit, um sich und seine Familie über Wasser zu halten. Als ihn jedoch eine Krankheit dazu zwang die harte Arbeit wieder aufzugeben und sein Arzt ihm empfahl eine Tätigkeit an der frischen Luft auszuüben, sah er seine Chance gekommen, wieder zu seiner großen Leidenschaft zurückzukehren. Er entschloss sich eine Stelle als Lehrling bei einem Golfprofessional zu ergattern – und hatte Glück. Doch als Eugenio Saraceni wollte er nicht zum Star werden, klang ihm sein Name doch viel zu sehr nach einem italienischen Musiker, als nach einem zukünftigen Profigolfer. Und so änderte er ihn kurzerhand in Gene Sarazen. Mit der Namensänderung gingen schweißtreibende Lehrjahre einher. Er trainierte wie ein Besessener. Stunde für Stunde, Tag für Tag, bis die Hände Blasen trugen und er endlich – im Alter von zwanzig Jahren – mit einem Birdie am 18. Loch und als erster Spieler überhaupt mit einer 68er Schlussrunde die US Open im Jahr 1922 gewinnen konnte. Der Grundstein für seine Karriere war gelegt und noch im selben Jahr triumphierte er auch den US PGA Championchips.

Die Geburt des Sand Wedge

Doch zu einem typischen Tourspieler seiner Generation, der neben den Turnieren als Headprofessional in einem Golf-Club arbeitete, sollte sich Gene Sarazen nicht entwickeln. Er schlug lieber unorthodoxe Wege ein. An den regulären Turnieren nahm er nur sporadisch teil, verdiente stattdessen sein Geld mit Vorführ-Matches rund um den Globus, spekulierte ausgiebig und erfolgreich an der Börse und genoss die restliche Zeit des Jahres in seiner neuen Wahlheimat Florida. Seine brillante Form der Jahre 1922 und 1923 verlor allmählich ihren Glanz, bis ihn der „Schwarze Freitag“ 1929 um einen Grossteil seiner Ersparnisse an der Börse brachte und er sein Golfspiel wieder Vordermann bringen musste. Zwei Jahre später hatte er seine alte Form wieder, nur die Schläge aus dem Sand bereiteten ihm noch einiges Kopfzerbrechen. Ein Schwachpunkt, in seinem sonst annähernd perfekten Spiel. Eine Lösung musste her und zwar schnell, standen mit den US und British Open bereits die nächsten prestigeträchtigen Turniere an. So begann er zu experimenten, bis er einen Schläger entwickelt hatte, mit dem er in den Sand schlagen konnte, ohne dass sich dieser dabei eingrub. Im Frühling 1932 hatte er sowohl den perfekten Schläger als auch die perfekte Technik entwickelt und zugleich den Vorläufer des modernen Sand Wedge ins Leben gerufen – das Sand Iron. Fortan war auch sein Bunkerspiel auf höchstem Niveau, was die Konkurrenz unter anderem bei den anstehenden US Open und British Open schnell zu spüren bekam, denn Sarazen holte sich beide Titel im Handumdrehen. Mit drei weiteren Turniersiegen beendete er das Jahr 1932 als das erfolgreichste in seiner Karriere und den Titel „Male Athlet of the Year“ erhielt er noch obendrauf.

Der Schlag, der um die Welt ging

In den Golfer-Olymp sollte er aber erst mit seinem legendären Sieg bei den US Masters 1935 aufgenommen werden. Gene Sarazen war zwar als Favorit nach Augusta angereist, lag aber in seiner vierten Runde drei Schläge hinter Craig Wood, der seine Runde schon beendet hatte und im Clubhaus – von Zuschauern und Pressevertretern umringt – bereits zu seinem Sieg beglückwünscht wurde. Doch es sollte ganz anders kommen. Nach dem Abschlag auf dem 15. Loch, ein Par 5 mit 465 Yards, blieben Sarazen noch 220 Yards zum Grün, das allerdings frontal von einem Teich bewacht wurde. Er entschloss sich aufs Ganze zu gehen, zog ein Holz 4 aus dem Bag und holte aus zu dem „Schlag, der in der ganzen Welt gehört wurde“. In seinem Buch „The Masters“ beschreibt Augenzeuge Tom Flaherty den legendären Moment wie folgt: „Der Ball flog über den Teich, landete auf dem Grünrand, sprang noch zwei Mal auf und rollte dann, wie von einem Magneten angezogen, stetig auf das Loch zu. Tausend Stimmen schrieen als der Ball im Loch verschwand zum Double Eagle (Albatros).“ Doch anstatt seinen Schlag wie all die Anderen euphorisch zu feiern, behielt Sarazen ein kühlen Kopf und begann zu Kalkulieren. Jetzt brauchte er nur noch drei Pars, um ein Stechen mit Wood zu erzwingen. Der Rest ist Geschichte: Er spielte die drei Pars und gewann am nächsten Tag das Stechen über 36 Löcher mit fünf Schlägen und komplettierte mit damit den ersten Karriere-Grand-Slam im professionellen Golf. Eine Legende war geboren.

Das Wunder von Augusta

Am Ende seiner aktiven Laufbahn, in den späten 70er Jahren, konnte Gene Sarazen, der zeitlebens in Knickerbokker gespielt spielt hatte, eine sagenhafte Bilanz von weltweit über fünfzig Turniersiegen aufweisen, darunter allein sieben Major-Erfolge. Aber auch Abseits der traditionsreichen Turniere wurde dem Ausnahmespieler besondere Ehre zu Teil. In die „World Golf Hall of Fame“ nahm man ihn bereits 1974 auf, den Bob Jones Award, die höchste Auszeichnung der USGA, erhielt er 1992 und die PGA Tour zeichnete ihn als ersten Spieler überhaupt mit dem „Lifetime Achievement Award“ im Jahr 1996 aus. Noch bis kurz vor seinem Tod am 13. Mai 1999 pflegte Gene Sarazen zudem die Tradition gemeinsam mit Bryan Nelson und Sam Snead den Ehrenabschlag beim Masters im Augusta National Golf Club zu machen. Schließlich war es ja auch das Wunder von Augusta, was seine Karriere bis zum heutigen Tage so schillernd und einzigartig macht.

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