Früher waren es die Bananenflanken ...

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So schoss er seine Bananenflanken

Manfred Kaltz ist der erfolgreichste HSV-Fußball-Profi aller Zeiten. Er war bei allen Triumphen des Hamburger Sport Vereins in den 70er und 80er Jahren dabei. Seine geschnippelten Flanken von rechts – vor allem auf den Kopf von Horst Hrubesch – haben ihn berühmt gemacht. “Bananen-Manni” ist mit 581 Bundesligaspielen der Rekordspieler des HSV. Er wurde Deutscher Meister, gewann zwei mal den Europacup, spielte 69 mal in der Nationalmannschaft, und wurde Europameister und Vizeweltmeister. Eine wahrhaft einmalige Karriere. Seit fast 20 Jahren spielt er Golf und hat es mit seinem Handicap 14 zu überdurchschnittlicher Spielstärke gebracht.

Manfred Kaltz hat sein privates und berufliches Glück gefunden. Er lebt zusammen mit seiner Frau Vineeta und Töchterchen Emilia-Karlotta am Rande Hamburgs. Er hat zwei eigene Fußballschulen gegründet, und ist von Ostern bis weit in den Herbst recht erfolgreich ausgelastet.

Auch 15 Jahre nach dem Ende seiner Karriere ist Manfred Kaltz hierzulande jedem Fußball-Fan noch immer als Erfinder der “Banane-Flanke” ein Begriff, und das wird auch wohl so bleiben. “Wenn ich Geburtstag habe,” sagt er, “bekomme ich noch immer von irgend jemandem Bananen geschenkt. Manchmal ist es auch ein ganzer Bananen-Präsentkorb. Es ist zwar immer wieder lustig, aber ich habe mich schon über witzigere Geschenke gefreut!”

Manfred Kaltz ist zusammen mit Elke Sommer, Rudi Carrell und Michael Schanze Ehrenmitglied im MARITIM Golfpark Ostsee, und da am Timmendorfer Strand spielt er regelmäßig seine Golfrunden. Er will zwar immer gewinnen, nimmt das Spiel aber nicht bitterernst. “Ich kann in meinem Alter sowieso kein Weltmeister mehr werden. Wenn ich ab und zu mal einen Nettopreis gewinne, bin ich zufrieden,” sagt er. “ Nur so rumspielen macht mir allerdings auch keine Freude. Zocken um kleine Summen steigern die Spannung, und das brauche ich. Dafür war ich zu lange Leistungssportler”.

Sein ältester Flightpartner ist der Nationalmannschafts-Kollege Holger Hironimus. Er brachte ihn zum Sport mit dem kleinen weißen Ball, und mit ihm spielte er auch seine ganz außergewöhnlichste Runde. “Golf ist viel gefährlicher als Fußball. Was da alles passieren kann. Ich erzähle Dir mein spektakulärstes Erlebnis auf einem Golfplatz.”

“Auf einer Schiffs-Golfreise mit dem Hapag-Lloyd Luxusliner COLUMBUS von Sydney nach Bali legten wir auch auf Neu Guinea an. In Papa Makai, das liegt in der Nähe des Barrier Riffs, spielten wir direkt neben dem Regierungssitz auf einem zwar schönen, aber doch recht gewöhnungsbedürftigen Golfplatz. Wir meldeten uns an, bezahlten das Greenfee und wollten starten. Aber halt, ohne mehrere Begleit-Caddys durften wir nicht auf den Platz.” Manfred Kaltz holt tief Luft. “Fünf kräftige große Männer begleiteten uns. Drei Indianer gingen, mit Macheten bewaffnet, rechts und links und vor uns. Zwei andere trugen Pfeil und Bogen, jederzeit abschussbereit im Anschlag. Das jagte uns einen Schreck ein. Wo Wasser ist, da sind auch Krokodile, wurden wir aufgeklärt. Und es gab viel Wasser auf dem Platz. Immer, wenn wir einen Ball in einen Teich oder in einen Tümpel geschlagen hatten, schlichen sich unsere Caddys an, schlugen mit Stöcken aufs Wasser und gaben den Weg für uns erst dann frei, wenn die Krokodile im Wasser verschwanden. Von einem entspannten Spiel konnte natürlich keine Rede sein. Ich habe noch nie so viele Bälle im Wasser verloren wie hier. Immer wieder landeten unsere Bälle im seitlichen oder im frontalen Wasser bei den Krokodilen. Es war geradezu wie ein Zwang. Wie auf einem “normalen” Golfplatz mit dem Baum. Wenn du ihn nicht treffen willst, genau dann triffst du ihn.”

Er macht eine Pause. “Unsere Schläge haben wir natürlich irgendwann nicht mehr gezählt. Wir hatten genug mit unserer Angst zu tun. Zwei mal kamen Krokodile nämlich aus ihrem Versteck und bewegten sich recht behände in unsere Richtung. Doch scheinbar hatten sie Respekt vor so vielen Menschen und verschwanden genau so schnell, wie sie gekommen waren.”

Manfred Kaltz bilanziert ein wenig. “Mein zweitgrößter sportlicher Fehler war der Weggang vom HSV zu einem einjährigen Fußball-Intermezzo in Frankreich. Der größte war, dass es gerade in Bordeaux war. Trainer will ich auch nicht wieder sein. Mein kurzer Ausflug nach Frankfurt war nicht besonders erfolgreich, und das genügt mir.”

Gutes Essen ist für ihn ein Stück Kultur. Er ist ein gern gesehener Gast im Hamburger Gourmettempel, dem Fischereihafen-Restaurant an der Großen Elbstraße. Da treffen sich prominente Fisch-Feinschmecker, und genau das ist auch das Lieblingslokal von Manfred Kaltz. Er isst gern Fisch und prominent ist er auch. Bei Aal auf Rührei und Schwarzbrot erfahre ich dort, dass er den Inhaber Rüdiger Kowalke schon vor vielen Jahren auf dem Golfplatz kennen gelernt hat und ihn sehr schätzt.
“Wir sind Freunde geworden,” sagt er zum Abschied.

Manfred Kaltz: www.mannikaltz.de

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