Der mit dem Golf tanzt - Kevin Costner

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Schauspieler, Country-Sänger und begeisterter Golfspieler: Kevin Costner

Wäre Roy McAvoy immer auf Nummer Sicher gegangen, hätte er es garantiert zum ewig siegreichen Golf-Profi geschafft, wäre ein souveräner Geschäftsmann und ein angesehenes Mitglied der High Society geworden. Aber Roy hat immer volles Risiko gespielt – mit bescheidenem Erfolg. Roy McAvoy – das ist Kevin Costner als abgewrackter Golflehrer in „Tin Cup“, einem der zweifelsohne besten Golffilme, die jemals in Hollywood das Licht der Leinwand erblickten. Während sich McAvoy auf geradezu dramatische Weise am letzten Turniertag der US-Open mit einem mehr als riskanten Schlag – er versucht auf einem Par 5 das Grün trotz Gegenwinds und listigem Wasserhindernis mit dem zweiten Schlag direkt anzugreifen – um den bereits sicheren Sieg bringt, hat sich Kevin Costner in seiner beeindruckenden Karriere von einem Erfolg zum anderen gespielt. Und das nicht erst seit seinem siebenfach Oscarprämierten Westernepos „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990), bei dem er Personalunion als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller fungierte. Bereits drei Jahre zuvor wurde in weißer Marineuniform im Thriller „No Way Out“ zum absoluten Frauenschwarm und gleich danach konnte er seinen internationalen Durchbruch als Gegenspieler von Al Capone in „The Untouchables“ feiern.

Mehr als ein viertel Jahrhundert später, steht der heute 55-Jährige noch immer erfolgreich auf der Leinwand und auch als Produzent und Privatmensch scheint er weiterhin auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Erst im Juli dieses Jahres ist Costner zum siebten Mal Vater. Seine Ehefrau Christine Baumgartner, eine Modedesignerin mit deutschen Wurzeln, brachte in Kalifornien Töchterchen Grace Avery zur Welt. Zugeben. Die eine oder andere persönliche Niederlage musste auch der mehrfache Oscarpreisträger in seiner Karriere einstecken. Für den Anti-Oscar, die Goldene Himbeere, wurde er gleich mehrmals nominiert. Und das ist keine beliebte Auszeichnung in Hollywood. Erhallten hat er sie dreimal: 1992 als schlechtester Schauspieler in „Robin Hood“; 1995 für „Wyatt Earp“ und 1998 für „The Postman“. Die Zuschauer strömten dennoch in Massen in Kinos. „Ich kann ganz gut damit leben, dass ich einige Filme gemacht habe, die nicht so gut waren, wie sie hätten sein können“, nimmt es Costner daher gelassen. Seinen Marktwert haben die Kassenflops nie geschmälert. Noch nicht einmal, als er mit „Waterworld“, dem 1995 mit 200 Millionen Dollar teuersten Film aller Zeiten, kommerziellen Schiffbruch erlitt. Ganz im Gegenteil. Für die Hauptrolle im Mysterythriller „Im Zeichen der Libelle“ bekam er trotzdem fünfzehn Millionen Dollar Gage aufs Konto überwiesen.

Die Traumfabrik und Zuschauer scheinen ihren Star trotz einiger Pleiten zu lieben und zwischen dem Unterhaltungswert eines Films und seinem Einspielergebnis, besteht schließlich noch immer ein enormer Unterschied. Besonders eindrucksvoll stellte dies Costner, der mit seiner Familie auf einer weitläufigen Ranch in Aspen und in Santa Barbara lebt, in „Mr. Brooks“ und „Swing Vote“ unter Beweis. Im ersteren spielte er oscarreif einen Serienkiller, der zugleich erschreckend sympathisch rüber kam und in der Komödie „Swing Vote“ glänzte er als ständig verkaterter Vater, der in die Präsidentschaftswahl hineingezogen wird. Für diesen Film komponierte und spielte Costner auch erstmals einen eigenen Song ein, obwohl er schon seit Jahrzehnten erfolgreich Gitarre spielt und auch singt. Ende der 80er Jahre landete Costner mit seiner damaligen Band „Roving Boy“ sogar einen Nummer-1-Hit in Japan. „Mittlerweile macht mir die Musik einen solchen Spaß, dass sie immer mehr in den Vordergrund rückt“, gab der Hollywoodstar Anfang März während der Deutschland-Tournee mit seiner Country Band Modern West freimütig zu.

Doch nicht nur auf der Leinwand und der Bühne weiß der Superstar zu überzeugen. Auch auf dem Fairway zeigt Costner (Hc 9) seit Jahren, dass er ein wahres Multitalent ist. Golfen gehört neben der Schauspielerei und der Musik nämlich zu seiner dritten, großen Leidenschaften. Beim legendären AT&T Pro-Am-Turnier in Pebble Beach ist er fast jedes Jahr mit von der Partie, um sich gemeinsam mit seinen golfenden Hollywood-Freunden zu messen. „Jetzt, da wir alle Erwachsen sind, ist der Golfplatz zu unserem Spielplatz geworden. So hast du auch weiterhin die Möglichkeit mit deinen Freunden draußen rumzuhängen“, gesteht Costner, der auch seine Frau Christine beim Golfspielen in einem Sporthotel bei Santa Barbara kennen und lieben lernte. Ihr Vater arbeitet dort als Golflehrer. Apropos Golflehrer. Nach den Dreharbeiten zu Tin Cup, konnte Costner sein Können beim 3M Celebrity Challenge auch auf dem echten Green unter Beweis stellen. Sein Teampartner: kein Geringerer als Tiger Woods.

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