Christian Kohlund über Golf und Theater

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Mit seiner Länge von 1,90 Metern passt der Mitstreiter im First Mustang Club of Germany gerade noch in seinen Oldtimer, einen feuerroten und chromblitzenden Ford Mustang aus dem Jahre 1967, der glücklicherweise ein Cabrio ist, denn sonst müsste der Freizeit-Golfer (hc 30) seinen Kopf gewaltig einziehen. Kohlund selbst ist Baujahr 1950. Peter Kraus, selbst totaler Auto-Freak, der seinen Jaguar SS 100 mit eigener Hand völlig zerlegt und wieder zusammengebaut hat, ohne dass eine Schraube übrig blieb, würdigte den Mustang im Bestzustand anerkennend, denn das gute Stück war bereits in der SAT.1-Serie „Anna Maria – eine Frau geht ihren Weg“ mit Uschi Glas in filmischem Einsatz.

Christian Kohlund ist Mitglied im Eagle Charity Golf Club, hat mit Eagle- und Sternzeichen-Kollege Fritz Wepper am 17. August Geburtstag und hatte im australischen Melbourne, genauer gesagt im Country Club Port Douglas, mit dem Golfen angefangen. „Ich hatte dort ein Haus und habe das Golfen maßlos übertrieben und mich dabei schwer verletzt“, gesteht er ein und fährt fort „ich habe gedacht, ich würde nie wieder einen Schläger in die Hand nehmen, konnte es aber einfach nicht lassen und habe dann drei Jahre nur für mich geübt und bei anderen das Wichtigste abgeschaut.“

Mittlerweile hat Kohlund seinen golferischen Seelenfrieden gefunden, denn einerseits war die nächste Driving-Range von seinem Domizil in München nur drei Minuten entfernt, andererseits hatte er gemerkt, „dass Golf mir wahnsinnig gut tut. Es fällt alles von mir ab. Ich bin nur mit mir beschäftigt und spüre mich selbst wieder.“ Kohlund reibt sich seinen Stoppelbart, seine grau-braunen Augen werden fast von dem Schirm seine Golfkappe versteckt. „Es war nicht mein Ziel, schnell absolut gut zu werden. Dennoch hat es mich gepackt“, schmunzelt er und gibt als seinen Heimat-Verein den Golfclub Klagenfurt-Seltenheim über dem Wörthersee an, von der er schwärmt. Filmproduzent Klaus Graf ist dort Präsident.

Christian Kohlund nutzt beispielsweise sein Serien-Engagement „Traumhotel“ mit seiner Film-Tante Ruth-Maria Kubitschek und die damit verbundenen Reisen zu edlen Golf-Hotels, um seinem Golfsport nachzugehen. Dadurch habe ich auf Mauritius oder traumhaft schön auf Bali Möglichkeiten bekommen, also an extrem schönen Orten zu Golfen“, schwärmt er von diesem willkommenen Nebeneffekt seiner Schauspielerei. Denn das Golfspiel hilft ihm mental sehr. Außerdem liebt er das Grün der Golfplätze und zückt auch ab und an die Kamera, um Schnappschüsse von seinen Kollegen zu machen. „Ich habe bereits eine Riesen-Sammlung von Bildern von Gary Oldman bis Christopher Walken“. Wenn er heute ein Hotel geschenkt bekäme: „Das Seeschlössl in Velden“, kommt wie aus der Pistole geschossen.

Dennoch schränkt er ein: „Ich bin ja nicht jemand, der ständig überall dabei sein muss. Es liegt auch daran, dass ich Familie und zwei Kinder habe. Da kann ich nicht jedes Wochenende unterwegs sein. Meine Familie ist mir schon wichtiger! Mein Sohn ist 17 Jahre alt und spielt auch das ein oder andere mal Golf, meine Tochter Francesca ist 26, und meine Lady hält von Sport nicht sehr viel.“ Was vielleicht nicht so viele Zeitgenossen wissen: Kohlund war in Düsseldorf Besitzer eines Galerie-Cafés. „Das wurde schnell zu einer Art Dorfkneipe“, erinnert er sich. „Nun war ich in diesem Sinne kein Wirt, aber ein guter Gastgeber. Bald hatte ich es geschafft, dass ich mein bester Gast wurde. Was als Hobby gedacht war, wurde zum Megastress, so dass ich mich nach drei Jahren freiwillig zurückgezogen habe“, streift er diese Lebens-Anekdote.

„Ich komme aus einer alten Schweizer Theaterfamilie“, steigt Kohlund in seine Vita ein, „ich bin jetzt seit 40 Jahren dabei und habe immer gearbeitet. Ich habe dann auch mal inszeniert und erste Filme als Regisseur gedreht. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass sich das Medium verändert hat. Früher habe ich viele Abenteuerfilme und sehr englische Filme gemacht. Darunter viele Filme mit Gary Oldman, der auch den Jesus-Film gedreht hat. Die Zeiten haben sich geändert, und ich bin auch älter geworden. Ich habe mich immer um Vielseitigkeit bemüht. ‚Im Zweifel für den Angeklagten’ ist das, wo ich eigentlich zu Hause bin. Vielseitigkeit auch in seinem Privatleben: Er ist in dritter Ehe mit der früheren Schlagersängerin Elke Best (Droßhard, 54) verheiratet.

Die Schauspielerei ist Christian Kohlund in die Wiege gelegt, denn seine Mutter Margrit Winter stand bereits auf der Bühne, ebenso Vater Erwin, mit dem der Sohn 1983 für das achtteilige Eisenbahn-Epos „Der Glücksritter“ vor der Kamera stand. Beide sind übrigens Absolventen des renommierten Max-Reinhardt-Seminars in Wien. Christian Kohlund hat auf den bekanntesten Brettern des deutschsprachigen Raums gespielt, produziert, Regie geführt oder auch hinter der Kamera gestanden. Das Fernsehen mit Rolle und Regie kam Mitte der siebziger Jahre dazu. Zum Beispiel die Rolle von Professor Vollmers aus der Schwarzwald-Klinik, die er fast nicht mehr loswurde. Viele Male „Derrick“, „Der Alte“ oder „Sika“. Dann Kino mit Maximilian Schell, Heinz Rühmann und Senta Berger. Seine Filmographie ist ein stattliches Who is Who bekannter Schauspieler. Und, und, und…

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