Big Willy

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Gerd Fröbe erlitt das Schicksal zahlreicher Filmschaffenden, die des Golfspiels nicht mächtig waren. Er musste den für ihn ungewohnten Golfschwung nicht nur permanent wiederholen, im James Bond-Streifen „Goldfinger“ hatte sein miserabler Schwung am Ende noch geschnitten werden müssen. Nicht so bei Will Smith, dessen golferische Leidenschaft der Charakterrolle als Caddie von Matt Damon in dem mystischen und zugleich dramatischen Sport-Streifen „Die Legende von Bagger Vance“ auf den Leib geschrieben war. „Golf kann man nicht gewinnen, man kann es nur spielen“, sagt Bagger Vance im Film, eine golferische Weisheit, die der 1,87 Meter große Will Smith auch im richtigen Leben auf dem Golfplatz beherzigt.

Will Smith hat einen auf der Welt sehr rar gesäten Beruf: Superstar. Will Smith ist Oscar-Gewinner, der sehr erfolgreich als Fernseh-Mime den Sprung auf die große Leinwand in Hollywood geschafft hat und mittlerweile zum „Kassensprengmeister“ avanciert ist. Er hat als Actionheld Aliens und Roboter bekämpft und einige Male die Welt gerettet – Will Smith, The King of Blockbuster. „Ich kenn’ keinen Schwarzen, der je die Welt hatte retten dürfen“, lacht er und seine Zähne blitzen. Er, der neben Denzel Washington und Morgan Freeman wohl der bekannteste schwarze Darsteller im US-Kino sein dürfte, hat sein auch sein damaliges Idol Eddie Murphy längst überflügelt.

Wie viele seiner schauspielernden Kolleginnen und Kollegen ist Willard Christopher Smith vor allem ein passionierter Golfer, der seine Runden am liebsten auf dem exklusiven Riviera Golf & Country Club in Los Angeles dreht. Er spielt Handicap 15, obwohl seine Freunde meinen, er sei viel besser. Will Smith häufte Million auf Million, doch nicht nur mit der Schauspielerei, sondern in seiner Jugend viele Jahre auch als Rapper mit dem viel versprechenden Namen „Fresh Prince“. Will hat den amerikanischen Traum einmal mehr zur Realität verholfen.

Der 1968 in eine gutbürgerliche Familie in Philadelphia unter vier Geschwistern hinein geborene Will Smith weiß, woher er kommt: „Ich war 19 Jahre alt und total abgebrannt. Aber ich war allein, ein waschechter Single und hatte keine Familie zu versorgen. In meiner damaligen Lage habe ich mir einfach ein Fahrrad geschnappt und bin mit meinem Rucksack durch die Welt geradelt, um zu schauen, wie es weitergehen kann. Aber mit Frau und Kind sieht alles schon ganz anders aus. Ich traf einmal eine Inderin in Bombay, die mir einen Gedanken in den Kopf setzte, der mich bis heute begleitet: Die größte Armut ist die Armut an Ideen. Das Konzept besagt, dass man mit einer Idee auch einen Grund hat, jeden Morgen auf die Beine zu kommen. Wo soll es mit einem denn ohne Ideen hingehen? Wie will man jemals eine Treppe erklimmen? Ich hatte also immer Vorstellungen von meinem Leben, obwohl ich nicht immer wusste, wie exakt ich es anstellen würde. Es gab kaum einen Morgen, an dem ich aufwachte, ohne zu wissen, in welche Richtung ich gehen wollte“, erzählt er und fährt fort „Ich war nicht immer der Filmstar Will Smith. Ich kenne aber das Gefühl, 20 Dollar in der Tasche zu haben und nichts auf dem Konto. Aber man darf nie aufgeben. Wenn die Hoffnung stirbt, ist man verloren.“ Heute verdient Will Smith runde 20 Millionen Dollar pro Film. „Ich kann mein Glück kaum fassen. Aber ich habe auch hart dafür gearbeitet.“

Einer der Höhepunkte seiner Karriere als Schauspieler dürfte die Rolle des legendären Boxers Muhammed Ali gewesen sein, was ihm schon einmal eine Oscar-Nominierung eingebracht hatte. Sozusagen der erste Ritterschlag der Film-Kritik. Wieso dieser Erfolg? „Weil kein einziger Mensch auf der Welt glaubte, dass ich Muhammad Ali spielen könnte. Sogar meine Mutter meinte besorgt: ‚Baby, bist Du sicher?’“ Der Film „Ali“ verlangte Will Smith so ziemlich alles ab.

Über das Hollywood von heute redet Will Smith ganz offen: „Es gibt auch in Hollywood weiterhin Rassismus. Genau wie Sexismus, ebenso wie Klassenverhältnisse. Der Vorteil daran ist: Man erkennt seine Feinde. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die meisten Studio-Bosse weiß sind. Sie erzählen Geschichten über Leute, die so sind, wie sie. Sie kennen mich und meine Freunde, meine Lebensverhältnisse viel zu wenig. Mein Job ist, genau solche Vorurteile – die den Beteiligten oft gar nicht einmal bewusst sind – abzubauen.“ Frage: Kann man so etwas in der Öffentlichkeit sagen, wenn man als Farbiger gerade in Hollywood Fuß fassen wollte.

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