Behinderung muss kein Hindernis sein

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In Deutschland gibt es knapp 3000 behinderte Golfer. Vielen der Betroffenen fehlt der Mut, sich zu outen, ihre Behinderung öffentlich zuzugeben. Christian Nachtwey, der nach seinem Unfall 2001 bei den ersten Europameisterschaften der Behinderten als Rollstuhlfahrer den Titel holte und heute die Geschäftsstelle des Behinderten Golf Club Deutschland, kurz BGC, führt, sagt: „Nach einem Unfall, einer Krankheit, oder auch mit geistiger Behinderung muss das Golfen noch lange nicht vorbei sein. Im Gegenteil, Golf ist eine optimale Sportart für die Rehabilitation und für die Therapiemaßnahmen bei Amputation, Querschnittslähmung und vielen anderen Behinderungen. Wir vom BGC beobachten den Medizinmarkt für Hilfsmittel sehr genau und geben gern Auskunft. Golf bedeutet Bewegung, Spaß und Lebensqualität.“

Auf die Frage, warum so viele behinderte Golfer ihre Behinderung nicht öffentlich zugeben, antwortet er: „Ich kenne die Gründe nicht. Vielleicht denken sie, man müsse für diesen Sport zwei gesunde Beine und Hände haben. Dabei könnten sehr viele von ihnen Golf spielen; dass sie im Rollstuhl sitzen, spielt keine Rolle. Möglich machen das die eigens für Rollstuhlfahrer entwickelten Powergolfer, ParaGolfer, und der Sitting Bull. Dabei handelt es sich um Spezialrollstühle mit Stehfunktion, die den Behinderten das Abschlagen von Golfbällen im Stehen, und damit den Golfsport ermöglichen. Das Handling ist simpel. Auf Knopfdruck gelangt man in eine aufrechte Position. Brust- und Kniegurt geben dem Benutzer sicheren Halt. Die starken Fahrwerke schaffen Steigungen bis zu 30 Grad. Auch Seitenneigungen sind kein Problem. Wird ein kritischer Winkel erreicht, drehen sie sich automatisch in eine sichere Position. Umkippen ist zu 99 Prozent unmöglich. Was sonst oft nur durch langwierige und schmerzhafte Krankengymnastik erreicht werden kann, wird hier beim Golfen spielerisch trainiert“.

Und tatsächlich, es gibt mittlerweile in fast 20 deutschen Städten Golfclubs, die Behinderten Golfunterricht vermitteln und Powergolfer zur Verfügung stellen. Der Befürchtung mancher Clubs, dass ihre Greens durch die Rollstuhlfahrer ruiniert werden könnten, entgegnet Christian Nachtwey: „Dann dürfte der empfindliche Rasen rund um die Fahne auch nicht gemäht werden, denn die Reifenbreiten der Rollstühle entsprechen denen der Mäher, und ein Powergolfer bringt nur etwa die Hälfte des Bodendrucks eines Golfers aufs Green. Außerdem geben wir Kurse, wie man sich auf den Greens mit Rollstühlen bewegt.“

Für die zahlenmäßig rasant zunehmenden Golfspieler, die zum Teil mit körperlichen Einschränkungen aus den Sportarten Fußball, Tennis und verschiedenen Laufsportarten kommen, ist Golf eine sehr geeignete Alternative, um sportlich auch weiterhin aktiv zu sein. Auch mit Hüft-, und Knie-Teilendoprothesen kann man heute mit dem Golfsport beginnen oder ihn weiter ausführen. Jahrelanges ständiges Sitzen verkürzt die Bänder, mindert die Knochendichte, führt zur Versteifung des ganzen Körpers und ist letztlich lebensgefährlich.

„Das Ziel unserer Arbeit ist es, dass die Paragolfer immer mehr werden, unsere Sportart Para-Olympische-Disziplin wird, und dass Behinderten-Golf als Therapie wissenschaftlich anerkannt wird“, sagt Christian Nachtwey. „Dazu gehört auch, dass wir zusammen mit dem Kurhotel Marysol auf Teneriffa ständig mehrtägige Anfängerkurse und Turniere veranstalten, zu denen Interessierte aus vielen Nationen kommen. Das Hotel bietet den Teilnehmern optimale Unterbringung ganz ohne lästige Stufen und Treppen und verfügt über einen Powergolfer, der allen Teilnehmern während des Einsteigerkurses zur Verfügung steht. Ein sehr geeignetes Urlaubsdomizil für behinderte Menschen aller Art.“

Wer daran interessiert ist, durch Golf spielen neuen Mut zu fassen, der sollte sich mit dem BGC oder einer der vielen speziellen Organisationen in Verbindung setzen.

Auskünfte erteilen:

www.bgc-golf.de
www.powergolfer.de – Christian Nachtwey rollydrive@aol.com Telefon: 05507 – 9799108
www.dg-stiftung.de (Dietrich Grönemeyer Stiftung)
www.marysol.org Teneriffa info@marysol.org +34 922 750 540
www.kidswing-international.de; info@kidswing-international.com Tel: 030 2362 8307
www.vodafone-stiftung.de – Danyal Alaybeyoglu Telefon + 49 211 533-6786

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